Kohle? Feuer? Mensch?

Höhlenforschung

Es ist soweit: ein Jahr nach dem Crowdfunding dürften wir nun das fertige Buch in Händen halten. Ein herzliches Danke an über 100 Unterstützerinnen und Unterstützer, die das Projekt ermöglicht haben! Vergangenen Freitag, 13. September 2019, fand die Präsentation im Kirchhoferhaus St. Gallen statt.

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Wir freuen uns über fachliche Unterstützung in Form von Beiträgen von Toni Bürgin (Naturmuseum St. Gallen), Martin Schindler (Kantonsarchäologie St. Gallen), Thomas Stehrenberger (Kantonsarchäologie St. Gallen), Regula Steinhauser-Zimmermann (Kantonsarchäologie St. Gallen), Daniel Studer (Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen) und Fabio Wegmüller (Kantonsarchäologie St. Gallen).

Das Buch gibt`s hier und hier ein Beitrag im St. Galler Tablatt.

Kohle? Feuer? Mensch? Die Anfänge der Höhlenforschung in der Ostschweiz
hrsg. von Sarah Leib, Laura Prim und Daniel Weber
Verlagsgenossenschaft St. Gallen  2019
200 S. : Ill.
18 x 29,7 cm
Freirückenbroschur
ISBN 978-3-7291-1177-6

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Zähne zeigen …

Die Arbeit für das Buchprojekt „100 Jahre Höhlenforschung in der Ostschweiz“ ging im Historischen und Völkerkundemuseum und in der Kantonsarchäologie St. Gallen weiter. Sämtliches Material für den Bildkatalog lichten wir selbst ab. Das gibt uns die Möglichkeit die Objekte und Dokumente ganz nach unseren Vorstellungen in Szene zu rücken. Mit dabei ein erst kürzlich an die Kantonsarchäologie zurück gegebenes Steinwerkzeug aus dem Wildenmannlisloch. Nach über 100 Jahren hat es den Weg zurück zu den 26 bereits bekannten Objekten gefunden!

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Heimgekehrt: das 27. Steingerät aus dem Wildenmannlisloch (© L. Prim/D. Weber).

 

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Vor der Linse: altsteinzeitliche Zähne eines Höhlenbären (© L. Prim/D. Weber).

Das Buch umfasst sechs Kapitel. Die ersten Inhalte stehen bereits. Wir freuen uns, dass wir diese Fachleute für ein wissenschaftliches Statement aus ihren jeweiligen Fachgebieten begeistern konnten:

Toni Bürgin, Direktor Naturmuseum St.Gallen
Martin Schindler, Leiter Kantonsarchäologie St.Gallen
Thomas Stehrenberger, Kantonsarchäologie St.Gallen / Ostschweizerische Gesellschaft für Höhlenforschung
Regula Steinhauser-Zimmermann, Kantonsarchäologie St.Gallen 
Daniel Studer, Direktor Historisches und Völkerkundemusem St.Gallen
Fabio Wegmüller, Kantonsarchäologie St.Gallen

Ein Besonderes Highlight: Grafiker und Schriftdesigner Fabio Menet digitalisiert für das Buch die prägnante Handschrift Emil Bächlers!

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Digitalisierte Handschrift Emil Bächlers (© Data Orbit).

 

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100 Jahre Höhlenforschung

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Wildkirchli, Drachenloch, Wildenmannlisloch – zu den Anfängen der Höhlenforschung in der Ostschweiz. Eine Publikation mit Fotografien, Skizzen und Texten aus jener Zeit.

 

Vergessene Schätze

Während der Recherchearbeit zu einer Ausstellung im Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen kamen völlig unerwartet bisher unerschlossenes Bild- und Schriftmaterial zu den Anfängen der Höhlenforschungen in St.Gallen und Appenzell Innerrhoden ans Tageslicht. Es handelt sich um zahlreiche über 100-jährige Höhlentagebücher, Pläne, Skizzen und Fotografien zu den archäologischen Ausgrabungen in den Höhlen Drachenloch, Wildkirchli und Wildenmannlisloch. Das Bild- und Schriftmaterial ist einmalig und zum grossen Teil noch absolut unbekannt und nicht publiziert.

Das ändern wir jetzt!

 

Pioniere der Höhlenforschung

Der Name Emil Bächler (1868–1950) ist heute untrennbar mit der Erforschung der Ostschweizer Höhlen Drachenloch, Wildenmannlisloch und Wildkirchli verbunden. Diese Höhlen sind nach heutigem Kenntnisstand die höchstgelegenen Fundstellen aus der Altsteinzeit in der Schweiz. Bei den Ausgrabungen in der Wildkirchlihöhle (AI) von 1904 bis 1908 entdeckten Emil Bächler und der beauftragte Grabungsmitarbeiter Otto Köberle Sensationelles: Von Menschen geschaffene Werkzeuge, 30’000 bis 40’000 Jahre alt!

Die aufsehenerregenden Funde inspirieren weitere Hobbyforscher:

„Ich kannte damals das Drachenloch nur vom Hörensagen … Aber es verging eine Reihe von Jahren, bis ich wirklich dazu kam, meinen längst geplanten Besuch im Drachenloch aufzuspüren. Ich verwendete hiezu einen schulfreien Nachmittag, es war der 7. Juli 1917, ein Samstag. Als ich von meinen beiden Buben begleitet, nach dem Mittagsessen zur Höhle hinaufstieg, in der Absicht, sie auf ihren Inhalt zu prüfen. …“

Theophil Nigg (1880–1957), 7. Juli 1917

… und er wird dort auch fündig. Es folgen Ausgrabungen in der Drachenlochhöhle zwischen 1917 und 1923. Nicht nur zahlreiche Knochen von Höhlenbären werden frei gelegt, sondern auch Spuren von altsteinzeitlichen Menschen entdeckt. Eine Feuerstelle in der Höhle ist über 50’000 Jahre alt!

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Archive, Museen und Privatsammlungen

Diesen Pionieren der Höhlenforschung der Ostschweiz und ihrem Vermächtnis möchten wir Rechnung tragen. Nach dem erfolgreichen Crowdfunding im Herbst 2018 (vielen Dank für die Unterstützung!) starten die beiden Grafikschaffenden Laura Prim und Daniel Weber nun mit den gestalterischen Arbeiten. Archive, Museumsbestände und Privatammlungen werden durchsucht, Fotos ausgewählt, Texte verfasst. Doch dazu mehr in Kürze …

Und noch zum Schluss: ein kurzes Filmchen

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Antike Tragödie am Kirchhügel von Bendern FL

Der Kirchhügel von Bendern in Liechtenstein gibt weiterhin Überraschungen preis. Georg Malin barg in mehreren Grabungskampagnen von 1968 bis 1979 zehntausende Fundobjekte. Darunter kamen Ofenkacheln mit der Darstellung einer antiken Sage mit tragischem Inhalt zutage.

Pyramus und Thisbe

Pyramus und Thisbe (Kachelfragmente, zeichnerische Rekonstruktion des Sujets und historische Abbildung des 16. Jahrhunderts)

Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Puzzlearbeit: tausende von Ofenkachel-Fragmenten sind zu sichten und passende Bruchstücke zusammenzufügen. Doch die Arbeit lohnt sich. Vor unseren Augen beginnen Geschichten von antiken Helden, biblischen Protagonisten oder musizierenden Göttinnen von neuem zu leben. Anhand von 63 Ofenkachelfragmenten gelang es, eine ganz besondere Geschichte zu rekonstruieren (s. Abb. oben). Im Zentrum des Kachelblatts liegt mit angewinkeltem linkem Bein ein bärtiger, scheinbar lebloser Mann auf einer Wiese. Er trägt Beinlinge, eine bauschige, geschlitzte kurze Hose sowie einen Wams mit geschlitzten Ärmeln und einen Mantel darüber. Vor ihm beugt sich am unteren Bildrand ein kleiner Löwe über ein Stück Tuch. Rechts hinter dem am Boden liegenden Mann befindet sich ein runder, gemauerter Brunnen mit zentraler Säule. Links neben ihm stürzt sich eine Dame in einem antikisierenden Gewand mit freiem Oberkörper und mit ausgebreiteten Armen in ein Schwert. Eingebettet sind die Personen und das Tier in eine Landschaft aus Wiesen, Büschen und einem stilisierten Baumstamm am linken Bildrand.

Eine tragische Liebesgeschichte…

Die Darstellungsweise und die Attribute lassen eine eindeutige Ansprache der beiden Personen als das babylonische Liebespaar Pyramus und Thisbe zu. Der Überlieferung zufolge herrschte zwischen ihren Familien eine tiefe Feindschaft. Dennoch planten die Liebenden eines Nachts ein heimliches Treffen bei einem Maulbeerbaum. Thisbe, die als erste eintrifft, begegnet einer Löwin. Auf der Flucht vor dem wilden Tier verliert sie ein Teil ihres Gewands. Die Raubkatze, noch blutbefleckt vom vorigen Mal, zerreisst das Tuch und beschmiert es dabei mit Blut. Als Pyramus kurz darauf erscheint, deutet er das blutige Tuch als Zeichen, dass die Löwin seine geliebte Thisbe getötet hat und richtet sich in seiner Trauer selbst mit seinem Schwert. Thisbe kommt zurück und sieht den toten Pyramus, woraufhin sie sich ebenfalls in das Schwert stürzt. Das Blut der beiden fliesst zu den Wurzeln eines nahe stehenden Maulbeerbaums und verfärbt seine weissen Früchte rot. Thisbe bittet die Götter im Andenken an ihrer beider Tod, dass der Baum seine dunklen Früchte behält.

…im Gewand des 16. Jahrhunderts

Wem der Inhalt der tragischen Liebesgeschichte bekannt vorkommt, liegt richtig. Sie wird im Laufe der Zeit in der Literatur und Kunst häufig aufgegriffen und adaptiert. William Shakespeares „Romeo und Julia“ ist wohl das berühmteste Beispiel dafür. Einen Hinweis auf die Datierung der Kachelfragmente liefert die dargestellte Bekleidung. Die kurze, von der Landsknechtmode inspirierte, geschlitzte Hose, die Pyramus trägt, entwickelte sich gegen Ende des 15. Jahrhunderts und erfreute sich noch in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts grosser Beliebtheit; ebenso das enge Wams mit den geschlitzten Ärmeln. Die modischen Details wie auch das gesamte Sujet lassen sich mit Holzschnitten, Radierungen und Gemälden aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts vergleichen (s. Abb. unten). In dieser Zeit erlebten antike Sagen eine grosse Renaissance und auch die Geschichte von Pyramus und Thisbe war ein beliebtes und häufig rezipiertes Motiv. Die Ofenkacheln von Bendern sind allerdings einzigartig: derzeit sind nämlich keine identen Ofenkacheln anderer Fundstellen mit diesem Thema bekannt.

Quelle: Amt für Kultur Newsletter 3/2018

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Restaurierung historischer Kachelöfen

Am 9. September 2014 erlebte der erstmaliger Universitätskurs – Restaurierung historischer Kachelöfen – in einer feierlichen Zeremonie seinen Abschluss. Moderiert von Mag. Stefan Elmer sprachen Bundesinnungsmeister Wolfang Ivancsics, Dr. Harald Stadler und Landesinnungsmeister Erich Moser (Tirol) über das erfolgreich abgeschlossene Projekt und den Universitätskurs. Ehrengast Dr. Karlheinz Töchterle sprach die Festrede vor den Absolventinnen und Absolventen, Familie und Freunden sowie Prominenz aus Politik und Wirtschaft.

Gratulation an alle erfolgreichen Kursteilnehmerinnen und Teilnehmer!

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Restaurierung historischer Kachelöfen

Modul 6 – „Kachelofenlandschaften“
8.-9. September 2014

Nun ist es schon so weit: Das letze Modul findet Anfang September 2014 satt und damit neigen sich 1 1/2 intensive Jahre Universitätskurs „Restaurierung historischer Kachelöfen“ ihrem Ende zu.
Im letzten Modul wird die besondere Stellung von sogenannten „Ofenkachellandschaften“ behandelt. Die Kachelöfen sind einerseits starker Ausdruck einer Zeit, sie entsprechen aktuellen modischen und ikonografischen Vorstellungen. Andererseits geben sie oft auch eine gewisse regionale Entwicklung wider und sind in ihrer Ausprägung Spiegel eines Zusammengehörigkeitsgefühls und kultureller Identität. Den TeilnehmerInnen soll die Vielschichtigkeit und die verschiedenen Bedeutungsebenen des Kachelofens näher gebracht werden, die jeder in seiner/ihrer eigenen Region beobachten und festhalten kann.

Modul_6_Kurzbeschreibung

Unter anderem mit Eva Roth Heege (Kantonsarchäologie Zug), Andreas Heege (freiberuflicher Archäologe) und Jasmine Wagner (freiberufliche Archäologin).

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„Feuer und Flamme“

Etwas zum mitmachen, ausprobieren und selbst „Feuer fangen“ … Feuer-und-Flamme

 

Der Funke ist übergesprungen … und wir haben es – manchmal zumindest – geschafft, selbst ein Feuer zu entfachen! Hier ein paar Eindrücke eines erlebnisreichen Tages mit Archäotechniker Frank Trommer:

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