Bergbaugeschichte(n) im südlichen Vorarlberg

Endlich ist es so weit – der Startschuss ist gefallen und wir sind unterwegs, um Bergbauspuren im Klostertal und Montafon zu suchen!

Dabei knüpfen wir an bereits durchgeführte und noch laufende Projekte an, die derzeit vor allem im Gebiet des Montafons stattfinden (siehe: Mag. Claus-Stephan Holdermann/CONTEXT OG, Univ.-Prof. Dr. Rüdiger Krause/Univ. Frankfurt). Anders als bisher knüpfen wir an historische Quellen an, die explizit von mittelalterlichem und neuzeitlichem Bergbaubetrieben im südlichen Vorarlberg berichten. Davon ausgehend wollen wir im Gelände nach den erwähnten Stollen, Abbauen, Kramen, Versorgungswegen etc. suchen und damit das Bild des mittelalterlichen/frühneuzeitlichen Alltags- und Arbeitslebens der Technik, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte um eine Facette bereichern.

Vermessungskarte des Jos Hennggi, 1587

Für die erste Phase des Projekts fiel unsere Wahl auf das Gemeindegebiet von Dalaas im Klostertal. Eine 1587 verfasste historische Karte des Bergrichters Jos Hennggi bildet den Ausgangspunkt. Darin eingezeichnet sind die Gruben und Stollen des sogenannten Bergwerks am Lobinger. Einige Flurnamen, wie die Knappenlöcher, lassen weiters auf die aktive bergmännische Vergangenheit schließen.

Und so führte uns der Weg in das Waldgebiet oberhalb von Dalaas Richtung Kristbergsattel, mit seinen bekannten Pingenfeldern. Schon am ersten Tag stießen wir promt auf der Flur Knappenlöcher in einer schmalen, steilen Schlucht auf einen kleinen neuzeitlichen Stollen – bisher der einzige dieser Art auf dieser Flur.

Eingang eines neuzeitlicher Stollens

Nachdem wir den Stellen dokumentiert hatten, beschlossen wir unsere Rucksäcke zu satteln und uns langsam den Berg hinaufzuarbeiten. Und erneut wurden wir schnell fündig:  Nur wenig unterhalb des Kristbergsattels – wo sich auch das durch eine Skipiste durchkreuzte Pingenfeld befindet – konnten wir einige verstützte Stolleneingänge, Halden,  ein Gebäudegrundriss und alte Wege in der Bergflanke ausmachen. Teilweise sind die Spuren nur noch sehr undeutlich zu erkennen oder unter hüfthohem Farn verborgen. Aber es handelt sich eindeutig  um frühneuzeitliche Bergbauspuren. Wie sie allerdings mit der Vermessungskarte des Jos Hennggi korrelieren, wird sich in der nächsten Zeit bei der Nachbearbeitung der dokumentierten und eingemessenen Befunde zeigen.

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Demnächst folgen weitere Kampagnen in Vorarlberg – wir halten auf dem Laufenden!
S. Leib, G. Neuhauser 

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